Tom Vuk: Josip

Ein Koffer voller Leben

Tom Vuk: Josip
ca. 300 Seiten
Hardcover
EUR 25,90
ISBN
978-3-944359-66-3
E-Book
EUR 15,99
ISBN
978-3-944359-75-5

Als Josip mit einem der ersten Gastarbeiterzüge in Stuttgart ankommt, bringt er außer Speck und Apfelstrudel auch eine eigene Geschichte mit. Seine Vorfahren erlebten den kroatischen Bauernaufstand, den Kampf an der russischen Front im Ersten Weltkrieg, die Gründung Jugoslawiens und das Leben der Partisanen im Zweiten Weltkrieg. Dabei ist Josip seit seiner Jugend bemüht, sich dem archaischen Leben und den Fehden in seiner Familie zu entziehen. Er verlässt das heimatliche Zagorje; auf seinem Weg liegen eine erste und eine zweite Liebe, eine Wahlfamilie, aber auch Vorbilder, die ihn immer wieder enttäuschen und schließlich dazu zwingen, einen Weg für sich ganz allein zu finden.


Es ist eine Legende, dass Gastarbeiter nur auswanderten, um wirtschaftlich weiterzukommen. Aber dieses Narrativ hat sich festgesetzt, und noch heute geht es vor allem darum, Zugewanderte als Arbeitskräfte zu integrieren. Jede Migrationsgeschichte erzählt aber auch von einer persönlichen Emanzipation – aus patriarchalen Strukturen, Bevormundung, Tradition, Enge. An der Schwelle zum neuen Leben verdichten sich die Erfahrungen zur Erzählung von Herkunft. Diese halben Lebensgeschichten, von denen wir oft kaum etwas wissen, haben mehr mit uns gemeinsam, als wir vermuten. Eine solche Geschichte erzählt der Roman Josip.

Leseprobe

Rezensionen

VERANSTALTUNGEN

23.02.2023
Lesung und Musik
Tom Vuk liest aus Josip, begleitet von Michael Moravek an der Gitarre
20:00 Uhr im Gold,
Augsburger Str. 53 in Neu-Ulm
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Rezensionen

Eindrucksvoll zeigt Tom Vuk auf, was für eine signifikante Bedeutung die Wurzeln eines Menschen haben – selbst wenn dieser sich von ihnen lossagen will – und wie sich das Erinnern an die eigene Herkunft an der Grenze zwischen neuem und altem Leben intensiviert. Dieses Buch, das durch Vuks bildhaften und atmosphärischen Schreibstil besticht, macht ebenso deutlich, dass Migrationsgeschichten so viel mehr beinhalten können als den Wunsch nach wirtschaftlichem Erfolg. Wahrlich lesenswert!
Tatjana Eberhardt, IN MAGAZIN

Erzählen, um zu sich selbst zu kommen. Ein Prozess, auf dem wir Josip begleiten. Eine Reise zu seinen Eltern, seinen Großeltern. Eine Reise durch die Geschichte Jugoslawiens. Eine Reise eines Ichs zu sich? Sich Räume zu denken, schaffen.
Brüchig bleibt es. Leerstellen sind ebenso evident wie kluge historische Verdichtungen.

Dominik Nüse, Buchhandlung Jakob, Nürnberg

Eine exemplarische Geschichte über die Sehnsucht nach einer besseren Welt, die entweder woanders liegt oder in den schönen Erinnerungen, Gerüchen , Farben und Tönen der Kindheit. Der Fluch und der Schutz der Familie sind so dicht miteinander verwoben, … Das Gepäck auf einer Reise weg von Zuhause mag noch so leicht sein, die Familiengeschichte folgt uns überall hin. Das kann auch tröstlich sein. Tom Vuk vermag in seiner sehr feinen sinnlichen Sprache uns ebenfalls mitzunehmen. Ein brillantes Debüt.
Anna Rahm, unterwegs mit Büchern, Buchhändlerin in Ravensburg

Eine im positivsten Sinne epische Erzählung, mit einem warmherzigen, gutmeinenden Erzähler, der Gegenwärtiges, Erträumtes, Erinnertes wunderbar miteinander verknüpft. Ein wenig nostalgisch, aber nie verklärend. Eine Prosa, die alle Sinne anspricht, ein Seh,- Hör-, Geruchs-, Geschmacks-, Gefühlserlebnis. Chapeau!
Joachim Speidel alias J. S. Frank